Guy Bechtold hatte am 11.05.2012 seinen neuen Quintus M bei uns in der Firma abgeholt und ist spätabends noch nach Luxemburg zurückgefahren, um am nächsten Tag das vielversprechende Streckenwetter nicht zu verpassen.
Nach seinem Streckenflug am 13.5.2012 mit 1015 km hat ihn Bernd Weber/SHK zu seinen Eindrücken befragt.
SHK: Guy, wir gratulieren Dir zu Deinem ersten Flug über 1000 km mit Deinem neuen Quintus M. Ich fand es schon beeindruckend, dass Du am ersten Tag und trotz Deinem späten Start bereits 773 km fliegst und am zweiten Tag gleich die Tausender-Marke knackst.
Wie sind denn Deine ersten Eindrücke zum Quintus?
Guy: Ja genauso, wie ich es erhofft habe, der Quintus M fühlt sich richtig gut an, ist „thermikfühlig“ und es ist ein Genuss, damit zu kurbeln und geradeaus zu fliegen.
Der Motor ist eine Wucht und hat absolut genügend Power, läuft zuverlässig und ruhig. Das Flugzeug ist beim Start - wie von euch beschrieben - schon nach weniger als 100m in der Luft.
SHK: Hat Dich irgendetwas an dem Flugzeug überrascht?
Guy: Meine Befürchtungen, dass ich mit dem Flieger am Boden im Vergleich zum Ventus schlechter klarkommen würde, sind weg. Ich kann damit auf engstem Raum zurechtkommen. Das lenkbare Spornrad ist klasse und der Kurvenradius ist so klein, dass man problemlos um den stehenden Flügel herumlenken kann. Die Rollzeiten sind schnell, so dass ich mich in der Luft beweglich wie in meinem Ventus-2cxM fühle. Das kann bei schwieriger Thermik ein großer Vorteil sein, wenn man gut steigen will.
SHK: Du bist ja eher der Rekord und Streckenflieger. Ist das Flugzeug in dieser Hinsicht ein Fortschritt für Dich?
Guy: Ganz klar ist das ein Fortschritt. Du weißt ja, dass ich schon seit fast 10 Jahren so ein Flugzeug haben möchte. Ich finde, dass man damit super auf Rekordjagd gehen kann. Der Eigenstarter ist dafür genau richtig und macht dich unabhängig von Schleppflugzeugen, was bei ungewöhnlichen Startzeitpunkten und für den Wandersegelflug absolut ideal ist.
SHK: Wie schätzt Du das Leistungspotential ein – kannst Du nach den zwei Flügen überhaupt schon etwas dazu sagen?
Guy: Klar, ich kann schon mal sagen, dass mich an den zwei Flugtagen kein einziger ausgekurbelt hat. Der Quintus steigt wahnsinnig gut, finde ich. Ich habe in der Zwischenzeit schon über 30 Stunden auf der Kiste runter, und man kann bei schwächster Grau-Thermik mit Warmluftadvektion noch weiterkommen, was mit dem Ventus nicht möglich ist. Beim Vorfliegen hatte ich allerdings den Nachteil, dass ich mit unter 40kg/m2 fliegen musste, weil ihr mir noch keine Wasserablassventile eingebaut habt. Aber ich fand es ehrlich gesagt nicht so schlimm - ich bin eben einen darauf angepassten Flugstil geflogen und habe die extrem hohen Fluggeschwindigkeiten vermieden. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass das beste Gleiten bei höheren Geschwindigkeiten liegt als bei meinem Ventus. Das fühlt sich auch bei einer 40er Flächenbelastung schon richtig gut an und ich muss mich beherrschen, nicht zu schnell zu fliegen – wie muss der Flieger dann erst mit Wasser marschieren.
SHK: Sorry, wir werden das schnellstmöglich nachrüsten. Hast Du sonst noch was zu Deinem neuen Quintus M zu sagen?
Guy: Ja, der Komfort im Cockpit war ja bei meinem letzten Ventus-2cxM schon gut, aber der Aufwand, den ihr beim Quintus gemacht habt, hat sich gelohnt. Das Flugzeug ist wirklich sehr komfortabel, und was für mich persönlich auch wichtig ist, es ist innen und außen ein wirklich schönes Flugzeug geworden. Ich finde, es ist wie für mich maßgeschneidert. Ich kann Euch zu diesem Flugzeug nur beglückwünschen.
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