
Erstflug Am Donnerstag, dem ersten Juli, bei strahlendem Sonnenschein und 30 Grad im Schatten war es soweit. Der erste Arcus M (Werk Nr. 1), mit dem neuen prozessorgesteuerten SOLO Einspritzmotor, hob um 14.45 Uhr mit Dipl. Ing. Swen Lehner und dem Chef der Firma SOLO Wolfgang Emmerich zum Erstflug ab. Für diese ungünstigen Bedingungen war der Arcus, dank der Wölbklappen und dem leistungsstark und effizient arbeitenden Triebwerk, nach sehr kurzer Rollstrecke (unter 200m) in der Luft und flog mit einem beeindruckenden Steigwinkel der Teck entgegen.
Motorbedienung ist durch die neu konzipierte Automatik denkbar einfach und sicher. Schnell war die Höhe zum Einfahren des Triebwerks erreicht. Nach einem kurzen Segelflug wurde ein zweiter Motorstart in der Luft durchgeführt. Problemlos, da man zum vollautomatischen Start ja lediglich die Zündung auf ON schalten und den Starterknopf betätigen muss. Die Parameter zur jeweiligen Startsituation werden vom Computer gesteuert bzw. optimiert. Das neu entwickelte ILEC-Bedienteil tat seinen Dienst störungsfrei. Automatisch wurde der Propeller nach Ausschalten der Zündung abgebremst, prozessorgesteuert in der Einfahrstellung gehalten und automatisch eingefahren.
Flugeigenschaften Im Segelflug war alles wie gewohnt, das Mehrgewicht des Triebwerks wurde von allen Piloten kaum wahrgenommen. Damit bestätigte sich auch beim Arcus M wieder. Der moderne Arcus-Flügel arbeitet so effektiv, dass sich hohe Flächenbelastungen - außer in der Gleitleistung – so gut wie nicht bemerkbar machen. Danach eine kurze und exakte Landung mit den großen Bremsklappen, das präzise Herausrollen zum erneuten Start, war kinderleicht, denn das im Seitenleitwerk integrierte Spornrad ermöglicht eine sehr einfache Steuerung.
Beschreibung Flugmotor 2625-02i Allgemeine Beschreibung: Der Motor basiert auf dem bereits zugelassenen Motor 2625-02i, welcher mit zwei Vergasern und einer Doppelzündanlage ausgerüstet ist. Der Motorblock bleibt unverändert. Die Vergaser und die Zündanlage werden beim Motor 2625-02i durch eine elektronische Benzineinspritzung in die Saugrohre und eine elektronische Zündanlage ersetzt. Die bisherige Zündanlage wird durch einen Generator ersetzt, welcher ausreichend Energie für die Einspritzanlage und die Zündung liefert. Ein Steuergerät regelt die eingespritzte Kraftstoffmenge und den Zündzeitpunkt in Abhängigkeit von der Drehzahl, der Stellung der Drosselklappe, der Motortemperatur, dem Luftdruck und der Lufttemperatur. Damit ist gewährleistet, dass der Motor bei allen Bedingungen optimal arbeitet. Um die größtmögliche Sicherheit bei einem Ausfall der Motorsteuerung zu erreichen, wird ein einfaches Redundanzsystem eingebaut, welches die Kraftstoffversorgung mit zwei zusätzlichen Einspritzventilen gewährleistet. Ein Zündtreiber, welche die beiden Zündspulen der Doppelzündanlage versorgt, ist ebenfalls in diesem System integriert. Dieses System wird von nur einem zusätzlichen Drehzahlsensor gesteuert. Weitere Sensoren sind nicht erforderlich. Die Betriebsgrenzen bleiben im Wesentlichen unverändert zum Motor 2625-02, jedoch sind die Leistung etwas höher, und die maximal zulässige Drehzahl niedriger.
Redundanzsystem Um größtmögliche Sicherheit gegen einen Motorausfall zu gewährleisten wurde ein System entwickelt, auf das beim Ausfall der Motorsteuerung manuell umgeschaltet werden kann. Es besteht aus einer einfachen Elektronikeinheit, in der eine Motorkennlinie gespeichert ist. Über diese Kennlinie (Einspritzmenge über der Drehzahl) werden zwei zusätzliche Einspritzventile angesteuert. Der Kraftstoff wird über zwei Schlauchleitungen in die Ansaugstutzen geführt. Die Drehzahl und der fest eingestellte Zündzeitpunkt werden mittels eines zusätzlichen Drehzahlgebers ermittelt. Die Elektronikeinheit besitzt zwei Zündtreiber, welche die beiden Zündspulen ansteuern, die auch zum normalen Motorlauf benutzt werden. Das System hat keine Höhen- oder Temperaturanpassung. Die Betriebsgrenzen bleiben beim Betrieb mit diesem System unverändert.
Betriebsstoffe und Masse Zulässige Betriebsstoffe wurden wie folgt festgelegt: Kraftstoff: Bleifreies Superbenzin AVGAS 100 LL Zweitaktöl: Castrol ACT>EVO, Castrol Super Two Stroke (andere Öle mit Spez. JASO FC oder FD) Das Gewicht des Motors ohne Auspuffanlage (herstellerspezifisch) beträgt 23,85 kg
Sonstige Daten Leistung: ca. 52 KW / 70 PS Tankinhalt Rumpf: 16 Liter
Hier können Sie sich den Start des Arcus M auf youtube anschauen
Hier erfahren Sie mehr über das neue Triebwerk
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